Darf Roger Waters in Frankfurt ein Konzert geben?

Da ist ein Verrückter in der Halle. Mit dieser ersten Strophe ihres Songs „Brain Damage“ trat die Band Pink Floyd vor fünfzig Jahren in die Phase ihres Ruhms ein. Es war ein Programmsong. Madness wurde mit akustischen Eindrücken gesungen, und die Musik der Band passte dazu. Mit einem Gerät, das alle Töne in beliebiger Reihenfolge auf verschiedene Lautsprecher übertrug, brachte sie die Zuhörer ihrer Konzerte dazu, die Orientierung zu verlieren, was zu Schwindel und Halluzinationen führte. Es ist verrückt in meinem Kopf. Es ist jemand in meinem Kopf, aber ich bin es nicht. Heutzutage ist es schwierig, bei diesen Versen eine sarkastische Interpretation zu vermeiden. Denn der Verrückte im Saal, der die Orientierung verloren hat, scheint Roger Waters höchstpersönlich zu sein, der frühere Frontmann der Band Pink Floyd. Madman in der Frankfurter Festhalle, wo er im kommenden Mai ein Konzert geben möchte.

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Die Oberbürgermeisterin von Frankfurt, Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), fordert seine Absage. In München, Köln und Berlin wird über denselben Geist diskutiert. Waters ließ bei Konzerten Schweineballons mit Davidsternen los. Es gibt auch Versionen, in denen der islamische Halbmond und das Kreuz hinzugefügt werden. Großer Spaß, wenn das Schwein bricht. Waters wirbt bei seinen Konzerten für den Boykott Israels und unterstützt seit langem die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions). Was er über die Ukraine als Ursache des dortigen Krieges sagt, könnte Ulrike Guérot leicht zum Groupie machen. Doch wer versuchen würde, das Erscheinen von Mondanbetern zu verbieten, würde mit der Kunst- und Meinungsfreiheit in Konflikt geraten. Sie beschützt auch den Wahnsinn.

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Es braucht bessere Verträge

Der Oberbürgermeister bittet daher die Messe Frankfurt, zu deren Grundstück die Halle gehört, zu prüfen, unter welchen Bedingungen eine Stornierung möglich ist. Wenn sie leider hinzufügt, Antisemitismus sei keine Meinung, kein Gesetz, und sie wisse sehr genau, dass sie als Bürgermeisterin das Konzert nicht verbieten könne. Wenn Waters’ Vertrag mit der Messe also nicht besagt, dass er den „Wahnsinnigen“ in seinem Kopf nicht auf die Bühne lassen kann, könnte es schwierig werden. Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen sind mit 60 bzw. 40 Prozent Gesellschafter der Messe. Vielleicht sollten sie darauf bestehen, dass entsprechende Aspekte in zukünftige Verträge mit Künstlern aufgenommen werden. Oder die Messe sollte solche Verträge einfach nicht eingehen.

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