DAX legt zu: Aktien bleiben gefragt


Marktbericht

Stand: 18.11.2022 18:12

Der DAX beendete eine insgesamt uneinheitliche Woche mit Gewinnen und zeigt damit weiterhin große Stärke. Ermüdungserscheinungen nach der jüngsten Rallye sind nicht erkennbar.

Etwas überraschend war heute, dass der DAX am Ende einer durchwachsenen Börsenwoche wieder zulegte: Er beendete den Tag mit einem ordentlichen Plus von 1,16 Prozent auf 14.431 Punkte. Damit hat der DAX auf Schlusskursbasis die Marke von 14.400 Punkten überschritten und liegt knapp unter dem Wochenhoch von 14.457 Punkten, dem heutigen Tageshoch.

Denn nachdem die Preise von ihrem September-Tief von 11.862 Punkten um mehr als 20 Prozent gestiegen sind, wäre es nicht verwunderlich, wenn dem Index die Luft ausgehen und die Anleger vor dem Wochenende abkassieren würden. Doch davon kann derzeit keine Rede sein, der Leitindex verzeichnete nach einer starken Vorwoche sogar ein Plus von rund 1,5 Prozent auf Wochenbasis. DAX-Käufer zeigen kaum Ermüdungserscheinungen und trotzen weiterhin mancher Expertenmeinung.

„Der Deutsche Aktienindex geht dieser Tage nicht nach unten, eine Korrektur ist noch weit entfernt“, sagte Jürgen Molnar, Aktienmarktstratege beim Brokerhaus RoboMarkets. Zuletzt konnten die Aktienmärkte deutlich zulegen, da Anleger auf einen schwächeren Zinsanstieg setzten.

Die Rallye zum Jahresende oder nicht?

Wie jedes Jahr um diese saisonal typisch starke Börsenzeit kreisen die Gedanken der Aktienhändler bereits um mögliche neue Impulse für den Aktienmarkt, wobei der größte derzeit als „Jahresendrallye“ bezeichnet wird. Kommt es oder nicht, gerade nach dem letzten starken Lauf? Wohin die Reise an der Börse geht, lässt sich in der neuen Börsenwoche mit einem Blick auf das Weihnachtsgeschäft beantworten.

„Der Lackmustest wird sein, ob sich die Menschen die Kauflaune von steigenden Preisen und höheren Lebenshaltungskosten verderben lassen“, sagt Jürgen Molnar, Aktienmarktstratege beim Brokerhaus RoboMarkets.

Als nächstes kommt der Urvater aller Verbraucherfeste, Amerikas schwarzer Freitag, der Brückentag nach dem Thanksgiving-Feiertag nächste Woche. „Auch die Ausgabe einer Börsenrallye zum Jahresende soll angekündigt werden“, sagt Helaba-Strategin Claudia Wind.

Wirtschaftsupdate vom 18.11.2022

Stefan Wolf, Personal, 18.11.2022 10:01 Uhr

Nasdaq kann frühe Gewinne nicht halten

In New York tendieren die wichtigsten Aktienindizes nach Eröffnungsgewinnen nun gemischt. Die Technologiebörse Nasdaq konnte ihre anfänglichen Gewinne nicht verteidigen und rutschte leicht ins Minus. Auf der anderen Seite hielt auch der Dow Jones, der Leitindex für Standardwerte, ein moderates Plus. Generell sind die Schwankungen überschaubar, denn jetzt zeichnet sich ein ruhiger Wochenausklang ab.

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An der Wall Street, wie auch hierzulande, gab es in letzter Zeit Anzeichen von Müdigkeit, nachdem sich die Märkte zuvor deutlich erholt hatten, als die Zinsängste nachließen.

Im Fokus stehen weiterhin die Zinspolitik der US-Notenbank und der Umgang Chinas mit der Corona-Pandemie. Der Präsident der St. Louis Regional Central Bank, James Bullard, hatte zuvor den Tag verärgert. Er plädierte für eine Anhebung des Leitzinses auf mindestens 5,00 bis 5,25 Prozent, um die Inflation einzudämmen.

In der Folge stiegen die Zinserwartungen an den Finanzmärkten wieder an und die Aktienkurse gaben leicht nach. In diesem Umfeld wägen die Anleger weiterhin jedes Wort der Zentralbanken ab.

Euro etwas einfacher

Am Devisenmarkt ist heute kein klarer Trend erkennbar, der Euro hat mehrfach sein Vorzeichen gewechselt und keine klare Richtung gefunden. Insgesamt wird die gemeinsame Währung gegenüber dem Dollar stabil auf kürzlich erhöhten Niveaus gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,0366 (Donnerstag: 1,0319) Dollar fest.

Die Marktentwicklung wird weiterhin maßgeblich von Zinsspekulationen bestimmt werden. Die Stärke des Dollars wurde gestern unter Druck gesetzt, nachdem die US-Zentralbanker Spekulationen über ein baldiges Ende der geldpolitischen Straffung zurückgewiesen hatten.

Die Fed-Mitglieder versuchten, die Erwartungen zu dämpfen, dass die Federal Reserve Bank die Zinsen im nächsten Jahr senken könnte, sagte Commerzbank-FX-Expertin Yu-Na Park-Häger.

Lagarde freut sich auf die EZB-Sitzung im Dezember

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat sich heute Morgen neu zur Geldpolitik geäußert: Im Kampf gegen die hohe Inflation werde die EZB die Zinsen weiter erhöhen, glaubt Lagarde. Wie weit und in welcher Geschwindigkeit die Notenbank gehen wird, hängt von den Inflationsaussichten ab.

Die nächste Zinssitzung der Währungshüter – die auch die letzte des Jahres sein wird – ist für den 15. Dezember terminiert. Anschließend werde die EZB „die wesentlichen Grundsätze für den Abbau des Anleiheportfolios in unserem Ankaufprogramm“ vorstellen, kündigte Lagarde an.

Die US-Frühindikatoren deuten auf eine Rezession hin

Die Konjunkturaussichten in den USA verschlechterten sich im Oktober weiter. Der zusammengesetzte Index aus wirtschaftlichen Frühindikatoren ist im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent gesunken, wie das private Forschungsinstitut Conference Board heute in Washington mitteilte. Es ist der achte Rückgang in Folge. Im Schnitt hatten Analysten nur mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet.

Die Entwicklungen der letzten Monate deuten darauf hin, dass sich die US-Wirtschaft möglicherweise bereits in einer Rezession befindet, sagte Ataman Ozildirim, Director des Conference Board. Die Verbraucher sind wegen der hohen Inflation und der steigenden Zinsen schlecht. Zudem haben sich die Aussichten für den Bausektor und die Industrie eingetrübt.

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Der Sammelindex besteht aus zehn Indikatoren. Dazu gehören Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, neue Industrieaufträge, Verbrauchervertrauen und Baugenehmigungen. Die Indikatoren geben einen Eindruck vom Zustand der amerikanischen Wirtschaft.

Die Ölpreise fallen weiter im freien Fall

Unterdessen setzte sich der Rückgang der Ölmarktpreise zum Ende der Woche fort. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent ging am späten Nachmittag um etwa 3,8 Prozent zurück, wobei US-Rohöl der Sorte WTI die gleiche Menge verlor.

Der Preis für Nordsee-Rohöl ist bereits gestern stark gefallen und rutschte erstmals seit Oktober wieder unter die 90-Dollar-Marke. Ein starker Dollar, die Gefahr einer Rezession in den Vereinigten Staaten und steigende Fälle des Coronavirus in China haben die Ölpreise deutlich gesenkt.

Sie handeln in der zweiten aufeinanderfolgenden Handelswoche mit Verlusten. Brent-Rohöl fiel seit Wochenbeginn um mehr als 9 Prozent. Insgesamt besteht laut Marktbeobachtern die Befürchtung, dass eine rasche Zinserhöhung führender Notenbanken im Kampf gegen die hohe Inflation die Weltwirtschaft zu stark ausbremsen könnte, was zu einem Rückgang der Rohölnachfrage führen könnte.

Rohstoffexperten der Komerzbank schätzen, dass sich das Investoreninteresse am Ölmarkt in den kommenden Wochen auf das Fördervolumen des OPEC+-Ölnetzwerks konzentrieren wird. „Es bleibt abzuwarten, wie stark die Tagesproduktion tatsächlich sinken wird, nachdem die Kürzung um zwei Millionen Barrel offiziell angekündigt wurde“, heißt es in der Analyse. Zudem ist unklar, was das drohende EU-Embargo für die russische Ölförderung bedeutet.

MTU führt DAX an, SAP enttäuscht

Bei den Einzeltiteln war die MTU erneut gut aufgestellt und gehörte im DAX zu den größten Gewinnern. Der tags zuvor begeistert aufgenommene Geschäftsausblick sorgte für zusätzlichen Auftrieb – nun erhöhten mehrere Analystenhäuser gleichzeitig ihre Kursziele. Die Aktie des Motorenherstellers stieg auf den höchsten Stand seit drei Monaten.

Im DAX hingegen wurde die SAP-Aktie gegen den Trend erwischt, die Aktien verloren rund 2,5 Prozent. Hier wirkte sich die Expertenumfrage von Jefferies negativ aus, die von „buy“ auf „underperform“ um zwei Stufen zurückfiel.

Der Experte blickt kritisch auf die Strategie von Mercedes-Benz

Dass Mercedes-Benz in China bei einigen Modellen die Preise senken musste, sollte laut Autoexperte Ferdinand Dudenhofer der Konzernleitung Anlass zum Nachdenken geben. Es zeigt, dass die von Stuttgart angekündigte Fokussierung auf hochpreisige Fahrzeuge riskant ist. “Wir müssen noch einmal sehr genau überlegen, ob das eine stabile Strategie für die Zukunft ist.” Anleger freuten sich jedenfalls, Mercedes-Aktien waren die Tagessieger im DAX.

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Der Chef der Deutschen Bank warnt

Der Chef der Deutschen Bank, Christian Spar, warnt vor einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit in der europäischen Finanzindustrie. Die Finanzierung der Transformation erfordere dringend einen Kurswechsel, wenn Europas Zukunft nicht primär von ausländischen Banken abhängen soll, sagte Saving auf der European Banking Conference (EBC) in Frankfurt. „Niemand sollte diese Gefahr auf die leichte Schulter nehmen“, sagte Sewing.

K+S will weitere Anleihen zurückkaufen

Der Düngemittelkonzern K+S will mit einem Anleiherückkauf seine Verschuldung weiter abbauen. Der MDAX-Konzern hat angekündigt, 2024 fällige Anleihen gegen Barzahlung zurückzukaufen. Anleihen sind zum Nennwert zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu erwerben. Der Schritt soll dem Unternehmen helfen, Zinsen zu sparen.

Der Chef von Siemens Energy wechselt zu Gamsa

Der Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa, der von der Konzernmutter Siemens Energy übernommen werden soll, bekommt einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Chef von Siemens Energy, Christian Bruch, ersetze Miguel Lopez, teilten die Spanier mit. Der Wechsel ist der nächste logische Schritt im Rahmen der möglichen Übernahme von Gamesa durch Siemens Energy und deren Integration in den Mutterkonzern.

Auch Amazon will 2023 Stellen abbauen

Der Chef des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon, Andy Jesse, hat die Mitarbeiter nach der jüngsten Entlassungswelle zu weiterem Stellenabbau gezwungen. Die Personalplanung des Vorstands werde auch im kommenden Jahr fortgesetzt, was bedeutet, dass es zu weiteren Stellenstreichungen kommen werde, erklärte Jesse in einem auf der Website veröffentlichten Memo an die Mitarbeiter.

GM hebt Jahresziele an – E-Autos ab 2025 profitabel

Der größte amerikanische Autokonzern General Motors rechnet mit höheren Gewinnen. Im laufenden Geschäftsjahr soll das bereinigte Betriebsergebnis laut GM mindestens 13,5 Milliarden US-Dollar betragen. Zudem gab das Management um CEO Mary Barra einen optimistischen Ausblick für Elektroautos. Bereits 2025 soll das Geschäft in Nordamerika mit einer Kapazität von einer Million Fahrzeugen pro Jahr „solide“ Gewinne machen.

Immer mehr Mitarbeiter verlassen Twitter

Auf Twitter geht die Mitarbeiterflucht nach dem Arbeitsultimatum des neuen Eigentümers Elon Musk offenbar weiter. Einige Mitarbeiter twitterten, dass sie die Online-Plattform verlassen würden. In einer E-Mail gab Musk den verbleibenden Mitarbeitern am Donnerstag bis 17:00 Uhr EST Zeit, um zu entscheiden, ob sie Teil des „neuen Twitter“ sein wollen.

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