Fußball-Weltmeisterschaft in Katar: Deutschland verpatzt WM-Auftakt

Stand: 23.11.2022 21:42 Uhr

Angeführt, lange gut gespielt, aber verloren: Die deutsche Nationalmannschaft kassierte zum Auftakt der WM eine Niederlage und verlor gegen Japan. Die Spieler im Spiel kommen vom SC Freiburg und vom VfL Bochum.

WM 2022: Deutschland unterliegt Japan – die Zusammenfassung

24.11.2022 00:30 Uhr

sportliche Leistung

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage in die WM in Katar gestartet. Das Team von Bundestrainer Hansi Flick verlor sein Auftaktspiel gegen Japan trotz vieler Chancen und einer verdienten 1:2 (1:0)-Führung und muss bereits um den Einzug ins Achtelfinale bangen.

Ilkay Gündogan traf per Elfmeter für den DFB (33. Minute), dann drehten Freiburgs Ritsu Doan und Bochums Takuma Asano die Partie (75./84.). „Wir müssen jetzt Spanien schlagen. Das wollten wir uns unbedingt sparen“, sagte Thomas Müller nach dem Abpfiff am Mikrofon der Sportübertragung: „Jetzt haben wir den Salat.“

Flick basiert auf Süle und Gündogan

Trainer Flick hatte sein Team mit dem bewährten und mittlerweile etablierten 4-2-3-1-System auf den Platz geschickt. Vorne muss Kai Havertz Angriffe der DFB-Elf in Tore verwandeln, hinten muss Manuel Neuer japanische Angriffe ohne „One Love“-Verband am Arm abwehren.

Dazwischen setzte der Bundestrainer auf eine Viererkette mit David Raum, Nico Schlotterbeck, Antonio Rüdiger und Niklas Süle sowie auf reichlich Spielmacherqualität mit Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan, Jamal Musiala, Thomas Müller und Serge Gnabry. Ziel: Spiel machen, Spiel gewinnen.

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Das DFB-Team dominierte zunächst

Und diese Anweisungen wurden befolgt, zumindest in den ersten 45 Minuten. Vor dem Anpfiff bestimmten Gespräche mit der Kapitänsbinde, was abseits des Platzes geschah, nach dem Anpfiff bestimmte dann die DFB-Auswahl, was auf dem Platz geschah.

Über 75 Prozent Ballbesitz

Die deutschen Spieler, die sich beim obligatorischen Mannschaftsfoto den Mund zuhielten und damit ihren stillen Protest an die FIFA schickten, gewannen in der ersten Halbzeit mehr als 75 Prozent Ballbesitz und agierten oft nach dem gleichen Muster: Der Raum des linken Verteidigers ging nach oben wenn er Besitz hatte. ging zum Angriff über und gab Musiala mehr Freiheit.

Aus der Viererkette wurde eine Dreierkette, der junge Musiala spielte als zweiter Spielmacher und verstärkte den Angriff vor allem aus der Mitte. Einziger Haken: Die DFB-Elf erspielte sich zu Beginn keine wirklichen Chancen.

Trotz Überlegenheit kaum eine Chance

Das deutsche Spiel sah bis in den tiefen japanischen Strafraum recht ansehnlich aus, doch im letzten Drittel fehlte es gegen die vielbeinige Abwehr an Durchschlagskraft und Präzision. Highlight: Deutschlands gefährlichste Szenen vor der Pause waren ein Rüdiger-Kopfball nach einer Ecke (17.), zwei Fernschüsse von Kimmich (42.) und Musiala (44.) sowie Gündogans erfolgreicher Elfmeter, den Kimmich vor dem Strafraum parierte. nach einer schönen seitlichen Verschiebung hätte es sein können. Auch ein Abseitstor von Havertz in der Nachspielzeit wurde zu Recht nicht anerkannt.

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Eine verdiente Halbzeitführung

Da Japan bis auf zwei Versuche von Daizen Maeda, der nach Ballverlust von Gündogan zu früh aus dem Abseits traf (8.) und zu spät mit einem Kopfball neben das Tor (45.+6), nichts nach vorne zeigte, war Halbzeit – DFB führen – Elf hat es verdient.

Die DFB-Elf betreibt in der zweiten Halbzeit Wucher

Nach dem Restart wagten sich die Blue Samurai, die mit fünf deutschen Legionären in der Startelf gestartet waren, dann doch etwas mehr in Deckung und gestalteten das Spiel mit einer anderen taktischen Herangehensweise offener. Das erste Ergebnis: Mehr Platz für die DFB-Elf und mehrere gute Chancen.

Musiala wie einst Okocha – nur ohne die Tore

Gnabry (47.) traf ebenso wie Gündogan (60.) den Außenpfosten, auch Musiala zeigte die schönste Einzelaktion der gesamten 90 Minuten (51.). Der 19-Jährige ließ mehrere Japaner wie Slalomstangen in einem Solo im Stil von Jay-Jay Okocha stehen. Anders als der ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt legte Musiala den Ball nicht rein, sondern neben das Tor.

Die DFB-Elf war und bleibt die beste Mannschaft. Weil es im Angriff an Effektivität mangelte und der eingewechselte Jonas Hofmann (70.) und erneut Gnabry (71.) beste Chancen vergaben, blieben die Japaner im Spiel. Die Mannschaft von Trainer Hajime Moriyasu wurde im Laufe des Spiels immer mutiger und erspielte sich eigene Chancen.

Japans Bundesliga-Gigant stoppt die DFB-Elf

Nachdem Neuer einen Schuss von Junia Ito zunächst mit einer Weltklasseparade parierte (74.), war der deutsche Kapitän kurz darauf machtlos. Nach einem feinen Angriff der Japaner konnte Freiburgs Doan Minuten nach dem Wechsel frei abschließen und bestrafte die deutschen Geldverleiher mit dem Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt sicherlich glücklich, aber das Tor kam nicht aus heiterem Himmel.

Und es kam aus japanischer Sicht noch besser: Nur wenige Minuten später kam der ebenfalls eingewechselte Bochumer Asano am Dortmunder Sloterbeck vorbei und schoss aus spitzem Winkel, um das Spiel komplett zu drehen. Ein Schock für die DFB-Elf, von dem sie sich nie erholt hat.

Götze und Moukoko kamen zu spät

Trainer Flick ließ nichts unversucht und holte in der Schlussphase Mario Götze und Debütant Youssafa Moukoko zurück. Am Ergebnis änderte sich trotz der sehr guten Chance von Leon Goretzka (90+3) nichts. Veränderungen kamen, kamen aber letztendlich zu spät.

Für Deutschland steht im nächsten Spiel gegen Spanien am Sonntag (20 Uhr) alles auf dem Spiel. Wie schon 2018 droht das vorzeitige Ende der WM.

Deutschland gegen Japan – das komplette Spiel

23.11.2022 22:30 Uhr

Quelle: sportschau.de

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