Junge Klimakonferenz Deutschland zur Vorbereitung auf die Weltklimakonferenz

Mit der COP27 findet auch die LCOY Deutschland in Lüneburg statt.
Foto: LCOY-Team.

Auf der LCOY Germany (Young Climate Conference Germany) in Lüneburg konnten sich die Teilnehmer vernetzen, suchten den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und bekamen Wissen vermittelt, um Handlungsoptionen zu finden.

LCOY? Was ist das eigentlich? Zur Übersicht klicken!

style=”cursor:pointer”> LCOY steht für Local Youth Conference. Diese international organisierten Klimaschutzkonferenzen sind Ableger von COY, dem Jugendkongress. Bei LCOY’s kommen junge Menschen zusammen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten und Ideen für eine nachhaltigere und umweltfreundlichere Welt zu entwickeln. Seit 2009 organisiert YOUNGO (UNFCCC Constituency of Youth Non-Governmental Organizations) als offiziell anerkannte Jugendorganisation außerhalb der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) jährlich eine COY. Es fungiert als Plattform für junge Menschen, um sich zu vernetzen, Fachwissen zu sammeln und der COP (Conference of the Parties) konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Jeder LCOY leitet die von ihm gesammelten Ergebnisse an den COY weiter.

Das dreitägige Konferenzwochenende, in diesem Jahr von Freitag, 28. Oktober 2022 bis Sonntag, 30. Oktober 2022, bot den Teilnehmern viele Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, spannende Diskussionen, geballtes Wissen und jede Menge Spaß. Das rund 30-köpfige Organisationsteam der Konferenz arbeitet rein ehrenamtlich und organisiert die Jugendveranstaltung seit 2019. Die Klimakonferenz wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klima gefördert.

Das Programm war in sieben thematische Abschnitte gegliedert: COP27 Klima international, Politik hautnah, Klimawissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, Kompetenzentwicklung wie zum Beispiel Anmelden & erstellen. In Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden oder Debatten wurden Themen wie Energierückgewinnung, Medien und die Klimakrise, Klimaschutz als Beruf oder alternative Wirtschaftsformen diskutiert. Im zusätzlichen Förderprogramm konnten die Teilnehmer die Zeit nutzen, um sich kreativ für den Klimaschutz zu engagieren oder ihr Wissen mit anderen Teilnehmern zu teilen.





Bei LCOY Deutschland begegnen sich die Teilnehmer auf Augenhöhe, zum Beispiel durch die gemeinsame Namenskultur auf der Konferenz. Foto: LCOY-Team


Tessa-Louisa Molsen ist 17 Jahre alt und Teil des LCOY-Organisationsteams. Es wird erwähnt, welchen Mehrwert die Arbeit von LCOY Deutschland nicht nur für die Teilnehmer hat.

Was machst du im LCOY-Team?

Tessa: Vor der Konferenz war ich im Content-Team, das für das Programm mit dem Bühnenprogramm und den Workshops verantwortlich war. Mir wurde das Thema Klimawissenschaft zugewiesen, was bedeutet, dass ich per E-Mail Fragen gestellt und nach potenziellen Programmmitwirkenden recherchiert habe. Dabei ging es auch darum, die Konzepte für die jeweiligen Programmbeiträge zu entwerfen, also wie ein Workshop oder eine Podiumsdiskussion aussehen könnte. Dann hatte ich während der Konferenz verschiedene Aufgaben. Etwas früher angekommen, habe ich erstmal beim Aufbau geholfen. Als es dann richtig losging, bestanden meine Hauptaufgaben darin, die Workshops zu betreuen, Referenten zu begleiten, technischen Support zu leisten und für eine ausgewogene Verwendung der Programmbeiträge zu sorgen.

Auch Lesen :  Ist die Modewoche noch zu retten?

Was waren Ihre drei Highlights auf der Konferenz?

Tessa: Mein erstes Highlight waren die fast 1300 Menschen, die als Teilnehmer, Referenten oder Helfer gekommen sind! Das ist eine überwältigende Zahl. Mein zweites Highlight war der Science Slam, da habe ich die Slammer gefragt und einer war sogar von meiner alten Schule. Die Science Slam-Themen waren sehr spannend und es hat viel Spaß gemacht, den verschiedenen Referenten zuzuhören. Das dritte Highlight war das Wiedersehen mit Schulfreunden.

Was hast du vor und während LCOY Deutschland gelernt?

Tessa: Generell bin ich sicherer geworden im Umgang mit Menschen, die in Unternehmen, Gesellschaft oder Wissenschaft Verantwortung übernehmen. Außerdem musste ich sehr selbstständig arbeiten, mitdenken und Probleme eigeninitiativ lösen. Das hat mir wirklich am meisten gebracht. Während der Konferenz konnte ich an einem spannenden Workshop zur Wissenschaftskommunikation teilnehmen, der sich mit dem Missverständnis von Wissenschaft in der Gesellschaft auseinandersetzt.





Während der Konferenz gab es auch Tagesordnungspunkte zur europäischen Politik. Foto: LCOY-Team


Rasmus Andresen, MdEP der Grünen, beantwortete die neugierigen Fragen der Teilnehmer in seinem Beitrag zur Sendung „Ask an MEP: Rasmus Andresen on EU finances and the Green New Deal“.

Was war der Inhalt Ihres Beitrags zum Programm?

Rasmus: Im Workshop sprachen wir über die Rolle der EU in der Klimapolitik. Mit dem Green Deal hat die EU einen Klimaplan vorgelegt, nun kommt es im Detail darauf an, wie er ausgestaltet wird. Putins Angriffskrieg hat immer deutlicher gemacht, wie wichtig die vollständige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist. Es ist noch ein langer Weg, und die EU-Mitgliedstaaten müssen bereit sein, mehr wirtschaftliche Solidarität miteinander zu zeigen.

Was ist Ihre Aufgabe in Ihrem Hauptfach?

Rasmus: Als Abgeordneter arbeite ich im Europäischen Parlament im Ausschuss für Haushalt, Wirtschaft und Industrie. Klimagerechtigkeit spielt in allen drei Kommissionen eine wichtige Rolle. Ich versuche, im Parlament Mehrheiten für eine ambitionierte Klimagerechtigkeitspolitik mit wirtschaftlichem Fokus zu organisieren. Denn: Ohne Geld geht nichts, und wir haben bisher zu wenig für Klimagerechtigkeit und zu viel für alte Fossilien ausgegeben.

Auch Lesen :  Dreimal Rendite made in Germany

Was sollte die EU tun, um das Problem weiter voranzutreiben?

Rasmus: Wir verhandeln derzeit im Parlament über fast 20 Gesetze, um unsere Klimaziele zu erreichen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Kollegen aus anderen Fraktionen zu viele Schlupflöcher in den Gesetzen aushandeln und dass sich etwas zu wenig zu langsam ändert. Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir gerade in der Agrar- und Mobilitätspolitik deutlich ambitionierter werden und nicht dem Druck der Lobbys erliegen.





Rasmus beantwortet die Fragen der Teilnehmer. Foto: LCOY-Team


Professor Doktor. Thomas Schomerus, Professor für Öffentliches Recht und insbesondere Energie- und Umweltrecht an der Leuphana Universität Lüneburg, ging in seinem Programmbeitrag auf die Thematik ein:Kann Klimaschutz gesetzlich durchgesetzt werden?“. Mögliche Handlungsoptionen für Nationalstaaten und die EU wurden erwogen. Wir haben ihn etwas konkreter gefragt:

Was war der Inhalt Ihres Beitrags zum Programm?

Herr Somerous: Die zentrale Frage war, ob Klimaschutz gesetzlich durchsetzbar ist. Dazu wurde ein Überblick über internationales, europäisches und nationales Klimaschutzrecht mit vertiefenden Informationen zum Klimaschutzgesetz und zur Klimaentscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegeben und am Beispiel des Klimaschutzgesetzes erläutert. Hier hat die EU-Kommission einen interessanten Verordnungsvorschlag vorgelegt, der es ermöglicht, alle Naturprodukte mit Nachhaltigkeitsanforderungen zu versehen. Letztlich erwiesen sich die bestehenden Instrumente der Klimaschutzgesetzgebung als unzureichend, um die 2- bzw. 1,5-Grad-Leitplanke einzuhalten. Es werden mehr langfristige, innovative Instrumente benötigt, die hohe Anforderungen an „Instrumentenbauer“ stellen. Schließlich sind Gesetze in Buchstaben geschriebene Richtlinien, Regierung und Gesetzgeber müssen Änderungen wollen und die Bürger müssen sie akzeptieren.

Was ist Ihre Aufgabe in Ihrem Hauptfach?

Herr Somerous: Ich betrachte es als meine persönliche Pflicht, aus wissenschaftlicher Sicht Gesetzesänderungen voranzutreiben. Dazu arbeite ich laufend an vielen interdisziplinären Projekten, wie Kohleausstieg, Wärmespeicherung oder dem Ausbau der Offshore-Windenergie und weiteren Themen.

Was sollte die EU tun, um das Problem weiter voranzutreiben?

Herr Somerous: Die EU ist für uns ein sehr wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Akteur, da sie über weitreichende Gesetzgebungsbefugnisse im Umwelt-, Klimaschutz- und Energierecht verfügt. Tatsächlich kommen bereits erhebliche Impulse aus der EU, etwa mit dem Green Deal. Natürlich gehört noch mehr dazu, und es muss sichergestellt werden, dass vernünftige Vorschläge wie die oben erwähnte Ökodesign-Verordnung nicht von gegen sie gerichteten Lobbys oder „zögernden“ Mitgliedstaaten blockiert werden.

Auch Lesen :  Feuerwehr und Polizei räumen Wohnhaus

Im November findet die UN-Klimakonferenz 2022, kurz COP 27, vom 7. November 2022 bis 18. November 2022 in Sharm El-Sheikh, Ägypten statt. COP 27, was im Grunde genommen für die Konferenzen der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen steht, ist das 27. Treffen der Vertragsparteien, um über den Klimaschutz zu diskutieren.

Was genau ist COP27? Zur Übersicht klicken!

style=”cursor:pointer”> Jedes Jahr treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Welt zur Weltklimakonferenz, um über die Klimakrise zu diskutieren. Seit 1995 haben die Vereinten Nationen im Rahmen der Rahmenkonvention (UNFCCC) Vertreter aus 190 Ländern zusammengebracht, um sich über den Umgang mit dem Klimawandel abzustimmen und ihre Klimapolitik gemeinsam voranzutreiben. Das Motto der diesjährigen Weltklimakonferenz lautet „Gemeinsam für eine faire, ambitionierte Umsetzung JETZT“.

Auch während der COP treffen sich viele Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die sich an den sogenannten „Country Meeting Points“ (auch Länderpavillons genannt) – also wie im LCOY – vor Ort vernetzen, austauschen und diskutieren , nur viel größer und internationaler. Während ihrer Zeit vor Ort werden die Konferenzbesucher auch versuchen, mit Politikern in Kontakt zu treten, um die für sie wichtigsten klimapolitischen Themen anzusprechen. Hintergrund ist, dass die Verhandlungen der Politiker in der KOP im Geheimen geführt werden. Die vielen Besucher aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf der COP geben der Politik einen Einblick, welche Prioritäten in der aktuellen Klimapolitik am dringendsten sind.

Umso wichtiger ist es daher, junge Menschen in Deutschland zusammenzubringen, um sich mit dem Thema Klimawandel auseinanderzusetzen. Nur so können ihre Anliegen, Bitten und Wünsche an die deutschen Vertreter und damit an die Politiker der COP gelangen. Warum: Wenn einige zusammenkommen, können großartige Dinge passieren. Dann lassen sich Ideen finden, wie man die Klimakrise stoppen kann. Umso wichtiger ist es daher, dass sich junge Menschen beteiligen und mit der LCOY Youth Climate Conference eine Plattform für andere junge Menschen schaffen.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button