Korruptionsverdacht in Brüssel: Vizepräsidentin des EU-Parlaments festgenommen

Stand: 09.12.2022 23:26

Bei Korruptionsermittlungen wurden in Brüssel mehrere Personen festgenommen. Einer von ihnen ist Medienberichten zufolge der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, der Grieche Kaili.

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Eva Kaili, wurde im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen in Belgien festgenommen. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Die Griechin war bereits am Abend aus ihrer Partei der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK) ausgeschlossen worden. Auch die Sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament suspendierte Kailis Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung.

Auch Lesen :  Papst Benedikt XVI. ist „sehr krank“ – Lebenswichtige Funktionen lassen nach

Seit diesem Jahr ist Kaili eine der 14 Vizepräsidentinnen des Parlaments, dem sie seit 2014 angehört. Nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft geht es um eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung, den Versuch der Einflussnahme auf einen Golfstaat sowie um Korruptions- und Geldwäschevorwürfe. 16 Durchsuchungen und fünf Festnahmen wurden vorgenommen. Unter anderem wurden 600.000 Euro Bargeld und Handys erbeutet.

Dahinter steckt Katar

Seit einigen Monaten gibt es den Verdacht, dass ein Golfstaat versucht, die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen des Europäischen Parlaments zu beeinflussen. Laut Medienberichten handelt es sich um Katar, was aber noch nicht offiziell bestätigt wurde. Erhebliche Geldsummen oder Sachgeschenke sollen an Personen im Parlament verteilt worden sein, die politische oder strategische Positionen innehatten.

Auch Lesen :  Twitter bleibt Mietzahlungen für Büros in San Francisco schuldig

Der inzwischen festgenommene Kaili hielt am 21. November im Europaparlament eine Rede zur aktuellen WM in Katar. Darin bezeichnete sie dieses Sportereignis als Beweis, “dass Sportdiplomatie einen historischen Wandel in einem Land bewirken kann, dessen Reformen die arabische Welt inspiriert haben”. Katar zum Beispiel ist Vorreiter in Sachen Arbeitsrechte. Kaili habe sich zuvor mit dem katarischen Arbeitsminister Samikh Al Marri getroffen, schrieb Katars EU-Botschafter Christian Tudor auf Twitter.

Auch Lesen :  Portugals Sieg gegen Schweiz: So starrte Cristiano Ronaldo die Demütigung weg

Der Pressedienst des Europäischen Parlaments wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu den Razzien äußern. Er sagte lediglich, dass die Kammer uneingeschränkt mit der belgischen Polizei kooperiere.

Der griechische Vizepräsident des Europäischen Parlaments wurde festgenommen

Birgit Raddatz, ARD Brüssel, 12.09.2022. 22:36

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Überprüfen Sie auch
Close
Back to top button