Kritik zu Black Panther 2: Wakanda Forever: Dem MCU steht ein Weltkrieg ins Haus

Jeder Fan von MCU-Blockbustern wird sich sicherlich an das Finale von Avengers 3: Infinity War erinnern, als Phase 3-Superschurke Thanos mit den Fingern schnippte. Doch was einige inzwischen vergessen haben dürften: Trotz des Mega-Cliffhangers war „Avengers 3“ 2018 nur der zweiterfolgreichste Marvel-Film des Jahres an den US-Kinokassen: „Black Panther“ wurde zu einer der größten Überraschungen des Jahres Kassenschlager und verdiente am Ende allein in Nordamerika mehr als 700 Millionen Dollar (“Avengers 3” spielte “nur” 678 Millionen Dollar ein). Chadwick Bosemans erstes Solo-Abenteuer war geradezu ein Popkultur-Urknall, besonders in den USA…

… und doch fängt es an“Black Panther 2: Wakanda für immer“ nach dem überraschenden Krebstod des Hauptdarstellers nun mit flüsternder Stimme aus dem Nichts. Selbst während des typischen Marvel-Vorspanns, in dem das Studio normalerweise selbstbewusst alle seine Heldinnen zur Schau stellt, gibt es diesmal keine erbärmliche MCU-Fanfare, nur einen schwachen, entfernten Windhauch, als könnte man T’ Challah hören, wie er seine Vorfahren am Himmel erklimmt . Natürlich gibt es später in manchen Sequenzen noch große Knaller – und doch setzt die Fortsetzung von „Black Panther“ überraschend wenig auf das übliche Comic-Spektakel, sondern auf große Auftritte, große Schauwerte und vor allem große Ideen . „Wakanda Forever“ dreht sich um Themen, die – sicherlich nicht geplant – gerade im Jahr 2022 schmerzhaft aktuell erscheinen.


Nach dem Tod von König T’Challa sieht die Welt eine Chance, das mächtige Wakanda in die Knie zu zwingen – aber Königin Ramonda (Angela Bassett) wehrt sich.

Ein Jahr nach dem Tod von König T’Challa alias Black Panther sieht die Weltgemeinschaft ihre Chance, der vermeintlich geschwächten Supermacht Wakanda endlich Zugeständnisse bei der Versorgung mit dem mächtigen Mineral Vibranium abzuringen. Doch Queen Ramonda (Angela Bassett) bleibt standhaft – und weist vor der UN die anderen Staatsoberhäupter in die Schranken. Gleichzeitig entwickelten die Vereinigten Staaten mit Hilfe der 19-jährigen MIT-Studentin Riri Williams (Dominique Thorne) ein Vibranium-Erkennungsgerät. Ein mit Wissenschaftlern und Navy SEALs besetztes Forschungsschiff wird jedoch von einer unbekannten Streitmacht angegriffen – und nachdem die gesamte Besatzung getötet wurde, tappt der Secret Service im Dunkeln.

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US-Sicherheitsbeamte glauben weiterhin, dass Wakanda hinter dem Angriff steckte, um seine Vibranium-Vorherrschaft sicherzustellen. In Wahrheit jedoch haben der Unterwasserprinz Namor (Tenoch Huerta) und seine Armee auf Walen reitender Wassermänner einen Angriff gestartet. Die Hauptstadt ihrer Nation Talokan, die seit Jahrhunderten unentdeckt auf dem Meeresboden existiert, liegt direkt über einer weiteren Vibranium-Lagerstätte – und so tun sie alles, um Riri daran zu hindern, eine weitere solche Maschine zu bauen. Und da seine Leute im Land nicht viel ausrichten können, droht Namor Wakanda mit einem zerstörerischen Krieg, wenn T’Challas Schwester Shuri (Letitia Wright) ihm die amerikanische Studentin nicht ausliefert …

Die MCU steht am Rande eines Weltkriegs

Der Austausch von „Atomwaffen“ gegen „Vibranium“ und „Black Panther 2“ ist manchmal ein unangenehmer Anblick: Ryan Coogler und sein Co-Autor Joe Robert Cole treffen die fast unvermeidlichen Dilemmata der Macht mit einer solchen Präzision, dass man Angst hat und .. .könnte Angst haben. Weder Wakanda noch Talokan wollen Krieg, zumindest nicht untereinander – und doch prallen die Sicherheitsinteressen der beiden normalerweise friedlichen Nationen fast zwangsläufig aufeinander. Weder Ramonda noch Namor sind im klassischen Sinne „böse“ – und vielleicht geht einem der Konflikt um die Auslöschung der Nationen deshalb so sehr unter die Haut. Die Zwangsläufigkeit des Ganzen ist einfach pervers – und damit unheimlich nah an der Realität.

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Die USA wollen die Gelegenheit nutzen, an Vibranium heranzukommen – doch am Ende sind die Taten von FBI-Direktorin Valentina Allegra de Fontaine (Julia Louis-Dreyfus) kaum der Rede wert. Es ist eine logische Fortsetzung der Empowerment-Fantasie des Vorgängers, dass es diesmal eine afrikanische und aus der Inka-Tradition hervorgegangene Nation ist, die letztlich die Geschicke der Welt in ihren Händen hält. Mit seinen springenden Flügeln sieht der Unterwasserprinz zunächst nur etwas komisch aus. Denn es dauert nicht lange, bis Namor, von seinem Volk als Gott verehrt – auch dank einer vielschichtigen Darbietung von Tenoch Huerta („The Forever Purge“) – sich als mächtiger Newcomer entpuppt, der mit Sicherheit die Zukunft prägen wird des gesamten MCU noch lange nicht zu Wort kommen.


Prince Namor (Tenoch Huerta) ist nicht nur für Black Panther 2: Wakanda Forever eine große Bereicherung, sondern für das MCU als Ganzes.

Apropos starke Leistungen: Neben der geopolitischen Dimension ist „Black Panther 2“ – wenig überraschend nach dem Tod des Hauptdarstellers und damit des Titelhelden – ein sehr persönlicher Film geworden, der ständig mit Traurigkeit, Wut und Durst zu kämpfen hat. zur Rache. Am Ende wird es – wie bei den meisten Comic-Adaptionen – wahrscheinlich nur ein Preisverleihungs-Hype sein, aber sowohl Letitia Wright (als Hauptdarstellerin) als auch Angela Bassett (als Nebendarstellerin) für Oscar-Nominierungen einzutauschen, macht absolut Sinn. Beide haben emotionale Gänsehaut, die im Gegensatz zu „Thor 4“, der im Kern auch eine tragische Geschichte der Traurigkeit war, nicht sofort einem Gag geopfert werden. „Black Panther 2“ ist – nicht nur in dieser Hinsicht – ein überraschend reifer Film für das MCU.

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Allerdings ist auch Platz für subtilen Humor, wenn etwa Okoye (Danai Gurira), der Anführer der Bodyguards der Black Panther Dora Milaje, das ehrwürdige MIT mit dem Niveau einer durchschnittlichen Landschule in Wakanda gleichsetzt. Und auch optisch macht “Black Panther 2” locker jedem anderen Beitrag zum MCU Konkurrenz: Wir sehen nicht nur mehr von der lebhaften und kraftvollen Wakanda (schon der erste Kameraflug über die nebelverhangenen Wälder ist einfach schön), wir tauchen gleich mit und in die mächtige Unterwasserstadt Namor, obwohl „Wakanda Forever“ technisch auf einem anderen Niveau liegt als etwa „Aquaman“. (Obwohl es wahrscheinlich nur ein paar Wochen dauern wird, bis er die Unterwasserkrone direkt zurück in einen kleinen Film namens Avatar 2 übertragen muss.)

Das reine Spektakel kommt erst an zweiter oder dritter Stelle

Trotz seiner langen Laufzeit von 162 Minuten verbringt “Black Panther 2” überraschend wenig Zeit mit Verfolgungsjagden, Kämpfen etc., im Gegensatz zu seinem Vorgänger, bei dem Ryan Coogler, immer noch Action-Regisseur, die klassische Atmosphäre von 007 auf das Comicbuch übertrug genre Wenn es zur Sache geht, ist es auch visuell umwerfend – Coogler scheint ein diebisches Vergnügen daran zu haben, Unterwasserkrieger zu zeigen, die Wale freilassen, um sie mitten ins Gefecht zu katapultieren – und tatsächlich gibt es einen Orca, der mit seinem Schwanz schnippt, um seinen Reiter auf den Boden zu werfen ein riesiges Schiff, ein Anblick, von dem man nicht genug bekommen kann…

Fazit: Nach dem überraschenden Krebstod seines Stars Chadwick Boseman bekommt Ryan Coogler eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Dennoch machte er aus dem visuell atemberaubenden „Black Panther 2: Wakanda Forever“ nicht nur seinen ausgereiftesten, sondern auch einen der stärksten Beiträge des MCU.

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