Lieferketten im Fokus: Nordex-Aktie steigt dennoch zweistellig: Nordex wird für 2022 pessimistischer | Nachricht

Höhere Kosten und unterbrochene Lieferketten stimmen den Windkraftanlagenbauer Nordex noch pessimistischer für das laufende Jahr. Höhere Verkaufspreise aus Neukundenverträgen dürften sich erst mit Verzögerung positiv auswirken, teilte das Unternehmen am Montagabend in Hamburg mit. Dementsprechend soll der operative Verlust in diesem Jahr vier Prozent des Umsatzes erreichen. Auch das Management hielt bisher ein ausgeglichenes operatives Ergebnis für möglich. Die Auftragslage macht jedoch Hoffnung. Nach anfänglichen Verlusten drehte die Nordex-Aktie am Dienstag ins Positive.

Unmittelbar nach Handelsbeginn verlor die Zeitung zwar fünf Prozent an Wert, legte aber zeitweise um 10,82 Prozent auf 11,53 Euro zu. Damit gehörte die Nordex-Aktie zu den stärksten Werten im Small-Cap-Index SDAX. Wer zum Tagestief kaufte und mittags wieder verkaufte, konnte innerhalb weniger Stunden einen Kursanstieg von fast elf Prozent realisieren.

Analysten zeigten sich enttäuscht von den jüngsten Quartalszahlen und der nach unten korrigierten Prognose. Branchenexperte Guido Heumann vom Bahnhaus Metzler bestätigte dem Unternehmen jedoch gute Chancen auf eine positive Trendwende. Die Risiken aus Altverträgen mit Kunden, die noch zu niedrigen Preisen ausgehandelt wurden, sollen seiner Meinung nach bald reduziert werden. Insofern stehe Nordex in den kommenden Quartalen vor einer „Übergangszeit“.

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„Die gesamte Branche hat sich in den vergangenen Jahren in eine desolate Lage manövriert und sich zu sehr auf Marktanteile und Volumen konzentriert“, schrieb Heumann. Inzwischen haben Anbieter wie Nordex jedoch die Notwendigkeit erkannt, kostendeckende Preise einzuführen und Vertragsstandards zu lockern. Daher besteht nun die Hoffnung, dass die zweite Jahreshälfte 2022 die Wende bringt.

Dass der operative Verlust im laufenden Jahr höher als niedriger ausfallen werde, begründete das Unternehmen mit dem „inflationären Preisumfeld“ und den Folgekosten von Projektverzögerungen. Ähnlich wie Unternehmen anderer Branchen machen dem Windkraftanlagenhersteller Störungen in der Lieferkette zu schaffen.

Allerdings hat sich das Geschäft von Nordex nach einem schwächeren ersten Halbjahr im dritten Quartal wieder belebt. Demnach erwirtschaftete das Unternehmen in den Monaten Juli bis September einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als knapp 1,3 Milliarden ein Jahr zuvor. Damit liegen die Einnahmen in den ersten neun Monaten mit 3,9 Milliarden Euro nur gut zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gleichzeitig wirken sich steigende Kosten und Störungen in Lieferketten bereits spürbar auf das Ergebnis aus. Für die ersten drei Quartale wurde ein operativer Verlust von 200 Millionen Euro verbucht. Im Vorjahreszeitraum hatte Nordex noch ein operatives Ergebnis von 101 Millionen Euro erzielt. Die operative Marge (Ebitda) lag bei minus 5,2 Prozent und damit noch schlechter als für das Gesamtjahr prognostiziert.

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Unter dem Strich ist das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand nach neun Monaten ein Verlust von fast 372 Millionen Euro – nach einem Fehlbetrag von knapp 104 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Angesichts der Neuaufträge zu besseren Konditionen für Nordex sieht Firmenchef Jose Luis Blanco Grund zum Optimismus. „In einem herausfordernden Marktumfeld konnten wir höhere Verkaufspreise bei Neuaufträgen erzielen, die die enormen extern bedingten Kostensteigerungen mittelfristig kompensieren und unsere Profitabilität steigern werden.“

An seinem bereits im Mai gesenkten Umsatzziel für das laufende Jahr änderte der Konzern nichts: Der Umsatz soll von 5,2 auf 5,7 Milliarden Euro reichen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nordex sein Ziel für das operative Ergebnis für das Gesamtjahr bereits fallen gelassen. Die operative Marge soll „mittelfristig“ weiter auf acht Prozent steigen.

Auch Firmenchef Blanco baut auf den Erfolg der neuen Turbine N175/6.X, die einen größeren Rotor hat und bei geringeren Windgeschwindigkeiten mehr Strom erzeugen soll. „Wir sind weiterhin von den mittelfristig vielversprechenden Perspektiven für unsere Branche weltweit überzeugt.“

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In den ersten drei Quartalen erhielt Nordex Aufträge für neue Projekte im Umfang von 4,4 Gigawattstunden. Im Vorjahreszeitraum waren es zwar noch 4,6 Gigawattstunden, aber der Auftragswert wuchs im Jahresvergleich von 3,2 auf 3,6 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal stieg der durchschnittliche Verkaufspreis pro produziertem Megawatt um fast ein Drittel auf 0,91 Millionen Euro. 69 Prozent der Neuaufträge kommen aus Europa, 26 Prozent aus Lateinamerika und 5 Prozent aus Nordamerika. Ende September hatte Nordex einen Auftragsbestand von knapp 9,7 Milliarden Euro inklusive Serviceleistungen. Ein Jahr zuvor standen hier nur etwa 8 Milliarden in den Büchern.

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HAMBURG (dpa-AFX)

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Bildquellen: Nordex, Lukassek / Shutterstock.com

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