Panzerstreit und Ukrainepolitik: Amerika verzweifelt an Germany

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„Partners in Leadership“ wurde einst in den USA und Deutschland diskutiert. Die zögerliche Haltung zum Ukraine-Krieg zeigt schmerzlich, dass Berlin dazu nicht wirklich in der Lage ist. Kommentar von Georgios Anastasiadis.

„Deutschland muss eine starke Führungsrolle einnehmen“, und dazu brauche es eine „starke Bundeswehr“, fordert SPD-Chef Lars Klingbeil in seinem neuen außenpolitischen Positionspapier für die Partei. Das klingt nach einem freundlichen Schubs für seine widerwillige Kanzlerin und einem kräftigen Tritt in den Hintern von Fraktionschef Rolf Mützenich – und soll es wohl auch sein. Denn wo Offizierssohn Klingbeil seine SPD in der neuen Realität nach Ende des Jahrhunderts haben will, sind viele in seiner Partei noch weit davon entfernt. Mützenich, mittlerweile eine tragische Figur in der SPD, träumt immer noch von einem Sonderdeal mit dem alten Freund Russland und hat dies mit seinen Schimpftiraden gegen die Anhänger der Kampfpanzer-Traditionen noch einmal peinlich bestätigt. Mit seinem ungezügelten Angriff auf die FDP und die Grünen, denen er vorwarf, “morgen nach Flugzeugen und Truppen zu schreien”, hat er wohl selbst im misstrauischen Kanzleramt Alarm geschlagen.

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Zum dritten Mal in nur 105 Jahren muss Amerika für Frieden auf dem alten Kontinent sorgen

Dort weiß man natürlich, dass Deutschland irgendwann Panzer in die Ukraine schicken muss. Die Frage ist nur, ob es der Kanzlerin gelingen wird, die USA nach vorne zu bringen, was positiv ist. Der britische Historiker Timothy Garton Ash beschrieb die zwischen Nostalgie, Putin-Panik und neuem Realismus oszillierende Politik der SPD so: „Die deutsche Position ist extrem verworren, weil das alte Denken gestorben ist, aber etwas Neues erst noch entstehen muss.“

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Das ist nicht nur ein großes Problem für die Ukraine, die in Putins Kopf im Sterben liegt. Wieder einmal erkennt die Welt, dass Europa unfähig ist, sein eigenes Schicksal zu gestalten. Zum dritten Mal in nur 105 Jahren muss Amerika für Frieden auf dem alten Kontinent sorgen. Die Führung, die Klingbeil von Berlin fordert, kann nur aus Washington kommen. Die “Partners in Leadership”, zu denen der alte Bush die Deutschen 1989 berief, waren nur eine Schönwetterveranstaltung.

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Georg Anastasiadis

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