Qatar baut Museen und engagiert Künstler wie Olafur Eliasson

DEr war in den letzten Tagen in Doha beschäftigt. An der Corniche ist eine neue Skulptur von Jeff Koons angekommen. Arbeiter glätteten die Tartan-Oberfläche des von Shezad Dawood entworfenen Spielplatzes. Und neben dem alten Nationaltheater warteten mehrere kleine Felsbrocken darauf, so angeordnet zu werden, wie es sich Fischli und Weiss für ihre Installation «One Rock on Top of Another Rock» vorgestellt hatten. Nun ist der Countdown abgelaufen und bringt den WM-Start auf Digitaluhren quer durch die Stadt, für die Unglaubliches gezaubert wurde.

Nicht nur acht Stadien, U-Bahnen, ganze Stadtteile, Hotels, Restaurants und Boutiquen. Auch das Land hat viel Geld investiert, um sich neben allen Sportarten als Ort der Kultur und Kunst zu präsentieren. Allein in diesem Jahr wurden 40 Skulpturen für den öffentlichen Raum erworben. Außerdem wurden drei weitere Museumsprojekte auf den Weg gebracht, die bereits auf die Zeit nach der WM hinweisen, wenn die Arbeiten wieder beginnen.

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Der Ehrgeiz ist ungebrochen

Der Ehrgeiz ist in Katar ungebrochen und wird wie in den Nachbarländern am Golf von prominenten Namen geadelt. In Doha entwarf Jean Nouvel das Nationalmuseum und IM Pei das Museum für Islamische Kunst. Das geplante Automuseum wird von Rem Koolhaas beigesteuert. Das „Lusail Museum“, das 2028 eröffnet wird und sich ausschließlich dem Orientalismus und seiner (De-)Konstruktion widmen wird, wurde von Herzog & de Meuron entworfen. Und das „Museum der Kunstmühle“ liegt in der Verantwortung von Alejandro Alvaro, der heute oft zwischen den Getreidespeichern der alten Mühle spaziert, die noch in Betrieb sind, aber 2030 das Herzstück seines Hauses bilden werden.

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Es wird, wie gesagt, zeitgenössischer und moderner Kunst aus der Sammlung von Sheikha Al Mayassa bint Hamad bin Khalifa Al Thani gewidmet sein. Sheikha gilt als eine der reichsten Kunstsammlerinnen der Welt. Sie ist die Schwester des Emirs und Direktorin des Qatar Museum, einer Organisation, die fast alles überwacht, was mit Kunst, Design und Museen zu tun hat.

Der Scheich trägt Turnschuhe mit dunkler Abaya im Museum für Islamische Kunst, das nach monatelanger Renovierung gerade wiedereröffnet wurde. Die Dauerausstellung wurde umgehängt, mit einem „Familienweg“ ausgestattet und erweitert. Rechts im ersten Raum etwa mit der wandfüllenden Kalligrafie „Infinite Expression“ des afghanischen Künstlers Ali Baba Awrang. Er unterrichtete Kalligrafie an einer Schule in Kabul, bevor er auf der Flucht vor den Taliban für eine Weile nach Katar flüchtete und mit dieser Arbeit beauftragt wurde.

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Die Schlüsselrolle Katars bei der Evakuierung tausender Afghanen im Sommer 2021 wurde erst kürzlich vom Außenminister des Landes erwähnt, als er unter anderem Vertretern der deutschen Regierung Doppelmoral in der WM-Kritik vorwarf. Ähnliche Töne sind oft in Katar zu hören. Sheikha reagierte auch irritiert (“Ich liebe diese Doppelmoral-Fragen von NYT-Reportern”) auf eine Frage eines Moderators beim Vortrag “Art for Tomorrow” des Museums zu den Klimakosten des Bauens in der Wüste. “In Berlin wollen die Leute wissen, warum die Museen zu spät kommen”, sagt sie. „Hier fragt man, warum die überhaupt gebaut werden.“ Der Vergleich ist natürlich falsch. Aber das Gelächter im Saal ist auf ihrer Seite.

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