Rente – Arbeitgeber wollen Rentenalter auf den Prüfstand stellen – Wirtschaft

Würzburg (dpa) – Nach dem Willen der Arbeitgeber soll das Renteneintrittsalter in Deutschland in absehbarer Zeit überdacht werden. Eine Entscheidung in diesem politisch heiklen Thema sei wichtig für 2026, sagte der Arbeitgebervertreter beim Rentenversicherungsbund, Alexander Gunkel, am Donnerstag in Würzburg. Die geltende Gesetzgebung hebt das Rentenalter schrittweise auf die regulären 67 Jahre an.

Hintergrund der Debatte ist, dass aufgrund des nahenden Rentenalters der Baby-Boomer-Generation künftig immer mehr Rentner für immer weniger Versicherte aufkommen werden. Gunkel deutete an, dass es weitere Anpassungen für die künftige Stabilisierung der Renten gebe. Unter anderem nannte er einen weiteren Anstieg der Erwerbstätigkeit – etwa bei Frauen oder durch Zuwanderung. Allerdings ist eine Anhebung des Regelpensionsalters erkennbar.

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Gunkel glaubt, dass die strittige Frage 2026 geklärt sein sollte, weil dann durch die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre gewisse Rentenberechnungen in Kraft treten würden. Gunkel verwies auch darauf, dass die Regierungskommission zur Zukunft der Renten bereits 2020 empfohlen habe, 2026 eine Neubewertung der umstrittenen Frage einer möglichen Anhebung der Altersgrenze vorzunehmen.

Rosbach: Der demografische Wandel schafft Handlungsbedarf

Versorgungsvorstand Gundula Rosbach sagte, der demografische Wandel erzeuge Handlungsbedarf in der Altersvorsorge. Heute kämen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter durchschnittlich etwa 35 Personen über dem Regelrentenalter. Schätzungen zufolge könnten es bis 2060 mehr als 50 sein.

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Rosbach widersetzte sich jedoch vehement der Schwarzmalerei. Herausforderungen können bewältigt werden – und zwar durch „gezielte Maßnahmen“, ohne dass sich der Vorsitzende des Rentensystems für oder gegen bestimmte Schritte ausspricht.

Rosbach betonte zudem, dass das Gesamteinkommen im Alter deutlich höher sei als die Leistungen der gesetzlichen Rente allein. Sie betonte beispielsweise, „dass sehr niedrige Renten isoliert betrachtet kein zuverlässiger Indikator für Altersarmut sind“. Beispielsweise hätten Alleinstehende mit einer gesetzlichen Rente von weniger als 250 Euro ein durchschnittliches Gesamteinkommen von knapp 2.400 Euro im Monat. In vielen Fällen fließen dann Beamten- oder Betriebsrentenleistungen. Während 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen, sind das nur 3,2 Prozent im Rentenalter.

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Ein dramatischer Kaufkraftverlust bei den Renten droht laut Rosbach auch bei einer hohen Inflation nicht. Zwar wird die für nächstes Jahr prognostizierte Rentensteigerung von 3,5 Prozent im Westen und mehr als 4 Prozent im Osten unter der erwarteten Inflationsrate liegen. Aber auf längere Sicht würden jährliche Rentenerhöhungen mit Lohnerhöhungen den Kaufkraftverlust weitgehend kompensieren, da sie der Lohnentwicklung folgten.

© dpa-infocom, dpa: 221110-99-466879/2

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